MICQRC

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NAME

~/.micq/micqrc − die Konfigurationsdatei für mICQ

BESCHREIBUNG

Diese Hilfeseite beschreibt die konfigurationsdatei für mICQ. Dieses besteht aus mehreren Abschnitten, die jeweils durch [section] eingeleitet werden, wobei section der Name des Abschnittes ist. Datei- oder Verzeichnisnamen sind immer relativ zum Basisverzeichnis, das normalerweise ~/.micq/ ist.

VERBINDUNGEN - connection

Ein Abschnitt Connection beschreibt eine Verbindung innerhalb ICQ. Typischerweise gibt es genau zwei davon, die voneinander abhängen: eine Verbindung zum ICQ-Server, und eine Verbindung, auf der auf eingehende Direktverbindungen gewartet wird. Man kann auch eine Fernbedienungsverbindung haben: dann wird eine FIFO-Warteschlange geöffnet, und daraus gelesene Zeilen genauso bearbeitet wie Eingabezeilen.

type <type> [auto]

Wählt type als Typ der Verbindung: icq5 für eine Verbindung zu einem ICQ-Server der Version 5, icq8 für eine Verbindung zu einem ICQ-Server der Version 8, peer für eine Verbindung für eingehende Direktverbindungen oder remote für einen Fernbedienungs-FIFO. Wenn auto gegeben ist, öffne diese Verbindung beim Programmstart. Dies möchte man normalerweise, es sei denn, man hat mehrere Benutzernummern, dann verwendet man es nur für diejenige, die man gerade verwenden will.

version <nr>

Setzt die Version, die für diese Verbindung zu verwenden ist, auf nr. Man beachte, daß für Server-Verbindungen nur die Versionen 5, 7 und 8, und für Direktverbindungen 6, 7 und 8 unterstützt werden. Empfehlenswerterweise verwende man stets Version 8. Fernbedienungs-FIFOs haben keine Version.

server <server>

Setzt den Rechnername, zu dem verbunden werden soll, auf server. Dies ist standardmäßig login.icq.com. Unbenutzt für Direktverbindungen. Für Fernbedienungs-FIFOs ist das der Pfad zu dem zu erschaffenden FIFO.

port <port>

Setzt den Port, zu dem verbunden werden soll, bzw. auf dem als erstes versucht wird, auf eingehende Verbindungen zu warten, auf port.

uin <uin>

Setzt die Benutzernummer, mit der einzuloggen ist, auf <uin>. Unbenutzt für Direktverbindungen und Fernbedienungs-FIFOs.

password <password>

Setzt das Login-Paßwort auf password. Unbenutzt für Direktverbindungen. Wenn dies weggelassen wird, fragt mICQ beim Programmstart nach dem Paßwort. Benutzer von BeOS müssen diese Option verwenden.

status <nr>

Setzt den Status beim Login auf nr. Status kann dabei sein:

0

verbunden

1

abwesend

5

nicht verfügbar

17

beschäftigt

19

nicht stören

32

frei für Plaudereien

256

unsichtbar

Für Direktverbindungen gibt dies an, in wie weit man hinter einer Firewall ist:

1

Hinter einer Firewall, die keine eingehende Verbindungen durchläßt.

2

Hinter einer Firewall, aber kann mittels SOCKS Verbindungen annehmen.

4

Nicht hinter einer Firewall. Dies ist die Vorgabe.

Fernbedienungs-FIFOs verwenden diese Einstellung nicht.

ALLGEMEINES - general

Dieser Abschnitt enthält Optionen für SOCKS 5, die möglicherweise später in einen eigenen Abschnitt wandern, allgemeine Optionen, und ein paar Texte, die man anpassen kann.

s5_use <number>

Falls number gleich 1 ist, verwende SOCKS 5, sonst nicht.

s5_host <host>

Verwende als SOCKS-5-Server den Rechner host.

s5_port <port>

Verbinde zum SOCKS-5-Server auf Port port.

s5_auth <number>

Falls number gleich 1 ist, authentifiziere beim SOCKS-5-Server mit Paßwort, ansonsten nicht.

s5_name <name>

Verwende name als Benutzername beim SOCKS-5-Server.

s5_pass <password>

Verwende Paßwort password beim SOCKS-5-Server.

Einige Optionen befinden sich üblicherweise am Anfang der Datei:

encoding file <encoding>

Gibt die Kodierung als encoding an, die für in dieser Datei vorkommenden Zeichenketten verwendet wird. Diese Datei wird immer in UTF-8 geschrieben.

encoding local <encoding>

Gibt die Kodierung des Terminals als encoding an. Dies überschreibt die durch die Umgebungsvariablen bestimmte Kodierung.
Hinweis:
Die Benutzung dieser Einstellung markiert die locale-Einstellung als defekt, so daß Zeichen außerhalb des iso-8859-1-Bereiches bei der Eingabebehandlung hexadezimal angegeben werden, da deren Spaltenbreite nicht mehr korrekt mit wcwidth() bestimmt werden kann. Deshalb sollte man zum Überschreiben der Zeichenkodierung immer die LC_CTYPE-locale-Einstellung verwenden.

encoding remote <encoding>

Setzt die Kodierung, die für Benutzerdaten auf dem Server (inklusive dem Paßwort) verwendet wird, auf encoding. Diese Kodierung wird auch zur Kommunikation mit anderen Kontakten verwendet, deren ICQ-Programm keine UTF-8-Nachrichten versteht und für die keine eigene Kodierung gesetzt ist. Veraltet seit mICQ 0.5; benutze die globale Option encoding stattdessen.

format <nr>

Setzt das Format dieser Konfigurationsdatei auf nr. Format 2 ist das aktuelle, aber Format 1 wird auch noch akzeptiert.

Jetzt die Optionen:

verbose <level>

Setzt die Ausfühlichkeit bei der Ausgabe auf level.

auto_away <time>

Setzt die Zeit, nach der automatisch nach "abwesend" und "nicht verfügbar" gewechselt wird, auf time Sekunden. Deaktiviere mit 0 Sekunden.

Screen_width <width>

Setzt die standardmäßige Bildschirmbreite auf width. Wenn nicht gesetzt oder auf 0, wird 80 verwendet. Dies wird sehr selten benötigt, da normalerweise die Bildschirmbreite zur Laufzeit bestimmt werden kann.

set delbs on|off

Wenn es auf on gesetzt ist, funktioniert das Löschzeichen wie ein Rückschritt. Wenn es auf off gesetzt ist, funktioniert es wie ein Löschzeichen.

set funny on|off

Aktiviere (on) oder deaktiviere (off) lustige Meldungen.

set color on|off

Aktiviere oder deaktiviere Farben.

set hermit on|off

Wenn es auf on gesetzt ist, ignoriere alle Nachrichten von Personen, die nicht auf der Kontaktliste sind. Veraltet seit mICQ 0.5, setze die globale Option ignore auf on für den gleichen Effekt.

set log on|off

Aktiviere oder deaktiviere das Loggen. Veraltet seit mICQ 0.5, setze die globale Option logmess auf on für den gleichen Effekt.

set logonoff on|off

Wenn geloggt wird, aktiviere oder deaktiviere das Loggen von sich verbindenden und ausloggenden Benutzern. Veraltet seit mICQ 0.5, setze die globalen Optionen logmess und logchange auf on für den gleichen Effekt.

set auto on|off

Aktiviere oder deaktiviere automatische Antworten.

set uinprompt on|off

Aktiviere oder deaktiviere das Verwenden in der Eingabeaufforderung des Spitznamens, von dem zuletzt eine Nachricht empfangen wurde.

set autosave on|off

Aktiviere oder deaktiviere das automatische Speichern der Konfigurationsdatei beim Beenden.

set autofinger on|off

Aktiviere oder deaktiviere das automatische Fingern neuer Benutzernummern.

set linebreak type

Setzt den Zeilenumbruchtyp für eingehende Nachrichten auf type, der sein kann: simple, um ganz normal umzubrechen, break, um vor jeder Nachricht einen Zeilenumbruch zu machen, indent, um vor jeder Nachricht einen Zeilenumbruch zu machen und die Nachricht einzurücken, und smart, um nur dann einen Zeilenumbruch vor der Nachricht zu machen, wenn diese nicht in die aktuelle Zeile paßt.

set tabs simple|cycle|cycleall

Veraltet seit mICQ 0.5, da dieses stark verbessert mit der Tabulator-Funktion umgehen kann, und so alle vorherigen Eigenschaften vereint.

set silent <type>

Unterdrückt manche Ausgaben, nämlich keine (off), Statuswechsel (on) oder Statuswechsel, Einloggen und Ausloggen (complete). Veraltet seit mICQ 0.5, setze die globale Option showchange und showonoff auf on für den gleichen Effekt.

options <options>...

Setze globale Optionen. Siehe das opt-Kommando für Details.

chat <nr>

Setzt die Interessengruppe auf nr. Ausschalten kann man dies mit −1; für mICQ steht 49, welches auch der Standard ist.

autoupdate <level>

Aktueller Stand der bereits durchgeführten automatischen Aktualisierungen der Konfiguration. Wird jedesmal auf einen größeren Wert gesetzt, wenn die Konfiguration auf neue Standardwerte aktualisiert wird. Beachte: der Wert 0 schaltet diese Option nicht ab, sondern führt dazu, daß alle Aktualisierungen rneut ausgeführt werden.

Zuletzt können noch einige Texte definiert werden:

color scheme <nr>

Wählt das Farbschema nr aus.

color <use> <color>

Wählt die Farbe color für use aus. use kann dabei none, server, client, message, contact, sent, ack, error, debug oder incoming sein, color kann dabei beliebig viele von black (schwarz), red (red), green (green), yellow (gelb), blue (blau), magenta (magenta), cyan (hellblau), white (weiß), none (keine) oder bold (fett) sein (bold muß allerdings zuletzt kommen, um wirksam zu sein), oder eine beliebige Zeichenkette, die auf dem Terminal des Benutzers die gewünschte Farbe auswählt.

logplace <file>|<dir>

Logge in die Datei file, oder logge in einzelne Dateien im Verzeichnis dir. Ein Pfad wird dabei als Verzeichnis aufgefaßt, wenn er mit einem / endet.

sound on|beep|off|event

Gibt an, was beim Piepsen passieren soll. Entweder nichts (off), ein normales Piepsen (on oder beep), oder es wird das Ereignis-Skript verwendet (event).

event <script>

Ein Skript, das bei allen möglichen Ereignissen ausgeführt wird. Es wird mit den folgenden Parametern aufgerufen:
1. Das verwendete Protokoll, derzeit immer icq.
2. Die Benutzernummer des Kontaktes, zu dem dieses Eregnis gehört, oder 0.
3. Der Spitzname des Kontaktes, zu dem dieses Eregnis gehört, oder die leere Zeichenkette.
4. Die Zeichenkette global.
5. Die Art dieses Ereignisses, nämlich msg (eine Nachricht), on (ein Kontakt loggt sich ein), off (ein Kontakt loggt sich aus), beep (ein Piepser) oder status (ein Statuswechsel eines Kontaktes). Diese Liste ist möglicherweise nicht vollständig.
6. Für Nachrichten, der Nachrichtentyp, beim Ausloggen der bisherige Status, beim Einloggen oder bei Statuswechseln der neue Status, sonst 0.
7. Der Text der Nachricht.
8. Das ICQ-Programm des Kontaktes, zu dem dieses Ereignis gehört.
Hinweis: Aus Sicherheitsgründen werden einfach Anführungszeichen durch doppelte ersetzt, und der Text der Nachricht kann gekürzt sein.

auto <status> <string>

Setze die automatische Antwort im Status status auf string . Diese Option kann für alle möglichen Werte away, na, dnd, occ, inv oder ffc für status wiederholt werden.

TEXTE - strings

Dieser Abschnitt enthält umbenannte Befehle.

alter old new

Nenne den Befehl old in new um. Der alte Name kann weiterverwendet werden, wenn er nicht mit einem neuen new übereinstimmt. Für mögliche Befehle siehe micq(7). Diese Option kann beliebig wiederholt werden.
Hinweis: Diese Option ist veraltet, benutze alias stattdessen.

alias [auto[expand]] <alias> <expansion>

Erzeugt einen neuen Alias alias, also einen Befehl, der bei Verwendung durch expansion ersetzt wird. Wenn das Schlüsselwort auto oder autoexpand angegeben ist, wird die Expansion bereits dann passieren, wenn die Leertaste oder die Eingabetaste direkt hinter dem Alias gedrückt wird. Enthält expansion die Zeichenkette %s, so wird jedes Auftreten durch die beim Aufruf des Aliases angegebenen Parameter ersetzt, andernfalls werden diese an das Ende angefügt. Enthält expansion die Zeichenkette %r, so wird jedes Auftreten durch den Spitznamen, oder, falls nicht vorhanden, die UIN, des Kontaktes ersetzt, von dem die letzte Nachricht empfangen wurde, oder die leere Zeichenkette, falls es noch keinen solchen gibt. Enthält expansion die Zeichenkette %a, so wird jedes Auftreten durch den Spitznamen, oder, falls nicht vorhanden, die UIN, des Kontaktes ersetzt, an dem die letzte Nachricht gesendet wurde, oder die leere Zeichenkette, falls es noch keinen solchen gibt.
Neu seit 0.4.10. Auto-expandierende Aliase neu seit 0.5.0.4.

KONTAKTGRUPPEN - group

Dieser Abschnitt beschreibt eine Kontaktgruppe und kann beliebig wiederholt werden. Dieser Abschnitt wird für Format 2 in der Datei BASIS/status statt BASIS/micqrc gespeichert. Es können die folgenden Befehle vorkommen:

server <type> <uin>

Setzt die Server-Verbindung, zu der diese Kontaktgruppe gehört, zu der durch den Typ type, der zur Zeit icqv8 für ICQ-Server-Verbindungen mit Version 8 oder icqv5 für ICQ-Server-Verbindungen mit Version 5 sein kann, und durch die Benutzernummer uin bestimmten. Wird dieser Befehl ausgelassen, wird die erste aktive Server-Verbindung verwendet.

label <label>

Setzt den Namen dieser Kontaktgruppe auf label. Wenn dieser contacts-<type>-<uin> ist, dann ist dies die gesamte Kontaktliste für diese Verbindung. Beachte, daß dies für Format 2 von BASE/status obsolet ist, da die Kontakte entsprechend der server-Anweisung ihres Contacs-Abschnittes auf die Server-Verbindungen verteilt werden.

id <id>

Setzt die Identifikationsnummer dieser Kontaktgruppe auf id. 0 bedeutet, daß noch keine definiert ist. Sie wird gesetzt, wenn die Kontaktliste vom Server herunter- oder hochgeladen wird.

options <options>...

Definiere Optionen für diese Kontaktgruppe. Siehe das opt-Kommando für Details.

entry <id> <uin>

Fügt den Kontakt mit der Benutzernummer uin wird unter der Identifikationsnummer id zu dieser Kontaktgruppe hinzu. Beachte, daß id seit mICQ 0.5 veraltet ist und immer auf 0 gesetzt wird; die Identifikationsnummer im Contacts-Abschnitt gesetzt.

KONTAKTE (veraltetes Format) - contacts

Dieser Abschnitt enthält die Kontakt-Liste. Er ist in diesem Format veraltet.

[*][~][^] uin nick

Mach den Benutzer mit der Benutzernummer uin bekannt unter dem Spitznamen nick. Ist * gegeben, dann ist man diesem Kontakt gegenüber auch sichtbar, wenn man eigentlich unsichtbar ist. Ist ~ gegeben, ist man diesem Kontakt gegenüber immer nicht verbunden. Ist ^ gegeben, dann ignoriere diesen Kontakt. Taucht eine Benutzernummer mehrfach auf, dann werden alle außer dem ersten als Alias behandelt.

KONTAKTE - contacts

Dieser Abschnitt enthält die Kontaktliste einer Server-Verbindung. Er wird für jede solche wiederholt. Beachte, daß er in der Datei BASE/status gespeichert wird, nicht in BASE/micqrc. Die folgenden Kommandos gibt es:

server <type> <uin>

Definiert die Server-Verbindung, zu der diese Kontaktliste gehört, mit der gleichen Syntax wie im Group-Abschnitt.

entry <id> <uin> <nick>...

Fügt den Benutzer mit der UIN uin und der Identifikationsnummer id id zur Kontaktliste hinzu, und zwar mit dem Spitznamen und beliebig vielen Zweitnamen nick.

options <options>...

Definiere Optionen für den vorhergehenden Kontakt. Siehe das opt-Kommando für Details.

SIEHE AUCH

micq(1), micq(7)

AUTOR

Diese Hilfeseite wurde von James Morrison <ja2morrison@student.math.uwaterloo.ca> geschrieben. Sie wurde an die neue Syntax angepaßt und ins Deutsche übersetzt von Rüdiger Kuhlmann <micq@ruediger-kuhlmann.de>.